„Unsere Software kann doch PDF-Fahrpläne erstellen.“ – Doch mit dem Export ist die Arbeit noch nicht getan.
Nahezu jede moderne Planungssoftware im ÖPNV kann heute PDF-Fahrpläne erzeugen. Deshalb hören wir in Gesprächen immer wieder:
„Die PDFs können wir doch selbst aus unserer Software exportieren.“
Das stimmt. Doch ein PDF zu exportieren bedeutet noch nicht, dass damit auch ein fertiges Fahrplanmedium entstanden ist.
Je nach Verwendungszweck ist der eigentliche PDF-Export nur ein Teil des Produktionsprozesses. Ausgabeparameter müssen eingerichtet, das Ergebnis kontrolliert und gegebenenfalls nachbearbeitet werden. Unterschiedliche Formate, Anwendungen oder besondere Anforderungen können zusätzlichen Aufwand verursachen.
Der tatsächliche wirtschaftliche Aufwand einer PDF-Produktion lässt sich deshalb nicht am Export messen, sondern am gesamten Weg von den Fahrplandaten bis zum fertigen Medium.
Die vorhandene Software kann viel – und genau das ist ihre Aufgabe
Vorhandene Softwarelösungen im ÖPNV sind in erster Linie für die Planung und Verwaltung komplexer Fahrplandaten und betrieblicher Prozesse entwickelt worden. Die PDF-Ausgabe ist dabei eine von vielen Funktionen.
Welche Möglichkeiten diese Ausgabe bietet, hängt vom jeweiligen System, den verfügbaren Einstellungen und nicht zuletzt davon ab, wie viel Zeit und Know-how in Einrichtung, Anpassung und Pflege investiert werden.
Standardisierte PDF-Ausgaben können deshalb für viele Anwendungsfälle eine gute Lösung sein. Schwieriger wird es, wenn unterschiedliche Medien, Formate oder Gestaltungen benötigt werden oder einzelne Fahrpläne vom Standard abweichen.
Ein PDF ist nicht für jedes Medium gemacht
In der Praxis erleben wir häufig, dass zunächst ein PDF-Fahrplan erzeugt und anschließend versucht wird, diesen für verschiedene Anwendungen weiterzuverwenden.
Doch ein fertiges PDF ist nur begrenzt flexibel. Soll beispielsweise eine für ein bestimmtes Format erzeugte Ausgabe anschließend in einem kleineren Format erscheinen, müssen häufig Kompromisse eingegangen werden: Der Fahrplan wird skaliert, Inhalte werden gekürzt oder die vorhandene Ausgabe muss schlicht in den verfügbaren Platz „hineingequetscht“ werden.
Auch automatisierte Umbrüche können zu Ergebnissen führen, die technisch korrekt, für das fertige Medium aber nicht optimal sind. So kann beispielsweise nur eine einzelne Hinweiszeile, Fahrtspalte oder Tabellenzeile auf der nächsten Seite erscheinen.
Bei einem Fahrplan fällt eine solche Nachbearbeitung vielleicht kaum ins Gewicht. Bei vielen Linien, unterschiedlichen Ausgaben und regelmäßigen Aktualisierungen wird sie schnell zum wirtschaftlichen Faktor.
Eine Ausgangsdatei – unterschiedliche Fahrplanmedien
OVA Media setzt deshalb nicht erst beim fertigen PDF an. Grundlage unserer Produktion sind die gelieferten Fahrplandaten.
Aus einer Ausgangsdatei können unterschiedliche Fahrplanmedien entstehen: vom PDF-Fahrplan für die Website über barrierefreie Ausgaben bis hin zu Taschenfahrplänen, Fahrplanbüchern, Auszügen oder weiteren Druckprodukten. Format, Gestaltung und Farbigkeit können dabei an das jeweilige Medium angepasst werden.
Theoretisch könnten aus demselben Fahrplandatensatz hundert unterschiedliche Varianten entstehen. Das benötigt natürlich niemand – es verdeutlicht aber den entscheidenden Unterschied:
Nicht ein bereits erzeugtes PDF muss an unterschiedliche Medien angepasst werden. Die jeweilige Ausgabe wird passend für ihren Einsatzzweck direkt aus den Fahrplandaten erzeugt.
Dabei verbinden wir standardisierte und automatisierte Produktionsprozesse mit der Möglichkeit, auf Sonderfälle einzelner Fahrpläne gezielt zu reagieren.
So viel Standardisierung wie möglich – so viel individuelle Steuerung wie nötig.
Wenn sinnvolle Fahrplanmedien am Aufwand scheitern
Fahrplanbücher, Taschenfahrpläne oder andere gedruckte Fahrgastinformationen werden heute vielerorts reduziert oder ganz eingestellt.
Dabei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Gleichzeitig erleben wir in Gesprächen immer wieder, dass der mit diesen Medien verbundene Produktions- und Abstimmungsaufwand für Verkehrsunternehmen zunehmend schwer darstellbar ist.
Doch ein hoher Produktionsaufwand bedeutet nicht automatisch, dass das Medium für die Fahrgäste keinen Nutzen mehr hat.
Genau hier kann eine spezialisierte Medienproduktion entlasten. OVA Media übernimmt auf Wunsch den gesamten Prozess: von der Aufbereitung und Zusammenstellung der Fahrpläne über redaktionelle Inhalte, Korrekturläufe und Druckdatenerstellung bis zur Abstimmung und Koordination mit der Druckerei.
Neben klassischen Printprodukten können aus Fahrplandaten und redaktionellen Inhalten ebenso vollständige digitale und barrierefreie Fahrplanbücher entstehen – mit Inhaltsverzeichnis, Lesezeichen und einer für die barrierefreie Nutzung aufgebauten Dokumentstruktur.
So können bestehende Fahrplanmedien effizienter produziert und gleichzeitig neue digitale Formen der Fahrgastinformation umgesetzt werden – ohne dass der Kunde die dafür notwendigen Produktionsprozesse selbst aufbauen und betreuen muss.
Sind Fahrplanmedien wirklich zu aufwendig?
Von Verkehrsunternehmen hören wir immer wieder, dass die Produktion von PDF-Fahrplänen oder klassischen Fahrplanmedien zu aufwendig sei und Aktualisierungen zu viel Zeit beanspruchen.
Doch wie hoch dieser Aufwand tatsächlich ist, hängt wesentlich vom Produktionsprozess ab.
Wenn Fahrpläne exportiert, kontrolliert, nachbearbeitet, für unterschiedliche Anwendungen angepasst und anschließend intern zu kompletten Produkten zusammengestellt werden müssen, summieren sich die einzelnen Arbeitsschritte. Bei jeder Aktualisierung können Teile dieses Aufwands erneut entstehen.
Nicht das Fahrplanmedium ist zwangsläufig zu aufwendig. Aufwendig kann der Prozess sein, mit dem es entsteht.
Genau hier liegt der Vorteil einer spezialisierten Medienproduktion: Wiederkehrende Arbeitsschritte können standardisiert und automatisiert werden. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit erhalten, auf besondere Anforderungen und einzelne Sonderfälle gezielt zu reagieren.
So können auch Fahrplanmedien wirtschaftlich umsetzbar bleiben, deren Produktion mit den internen Ressourcen eines Verkehrsunternehmens nur noch schwer darstellbar wäre.
Entscheidend ist deshalb nicht, ob eine Software einen PDF-Fahrplan exportieren kann – sondern welcher Aufwand notwendig ist, bis daraus das tatsächlich benötigte Fahrplanmedium entstanden ist.